Der Goldjunge ist vergeben!

Chris Rock moderierte zum zweiten Mal die Academy Awards. Bild: oscars.org/Academy Communications Department

Chris Rock moderierte zum zweiten Mal die Academy Awards. Bild: oscars.org/Academy Communications Department

Er hat ihn doch tatsächlich bekommen! Leonard DiCaprio gewann bei den Oscars 2016 die goldene Statuette für den besten Hauptdarsteller für seine Rolle in dem Film The Revenant. Philipp und ich haben uns ja auch an einen Tipp gewagt:

Bester Film
Tipp Heiko: The Big Short
Tipp Philipp: Bridge of Spies
Gewonnen: Spotlight

Damit lagen wir wohl ziemlich daneben… Nur bei den visuellen Effekten hatte ich richtig getippt: Ex Machina bekam hier den Oscar. Am meisten sahnte aber Mad Max: Fury Road ab. Er bekam insgesamt 6 Oscars. Edit: Der Philipp hat noch einen richtigen Tipp nebenbei erwähnt: Bestes Kostümdesign bei Mad Max: Fury Road.

Nette Anekdote: Bei dem social-media-Spiel Leo’s Red Carpet Rampage kann man jetzt auch den Preis ergattern – dies ging vorher nie. Wer noch mehr über die Oscars lesen möchte, hier eine kleine Link-Liste:

Weitere Tipps zum Lesen nehmen wir gerne in den Comments an. Damit wünsche ich eine schöne Woche!

Grüße
Der Heiko

Deadpool – Ryan Reynolds Entschuldigung für Green Lantern?

Ryan Reynolds versucht sich noch einmal an Deadpool. Bei Green Lantern war er nach Meinung der Kritiker als Comic-Charakter gescheitert. Hat er es dieses Mal besser hinbekommen?

Copyright: 2015 Twentieth Century Fox

Copyright: 2015 Twentieth Century Fox

„Ein überbezahlter Honk im Regiestuhl“ – direkt mit den ersten Bildern zeigt der Film in welche Richtung es geht: Spaß und gute Unterhaltung. Denn genauso beschreibt der Vorspann zu Deadpool unter anderem den Regisseur. In der Verfilmung des gleichnamigen Comics nimmt der Söldner Wade Wilson an einem Mutationsexperiment teil, um den Krebs in seinem Körper zu bekämpfen, sein Leben zu retten und damit bei seiner Verlobten zu bleiben. Zurück bleibt ein selbstheilender, aber völlig entstellter Mann mit zwei Samuraischwertern und Schusswaffen in einem roten Anzug.

Schauspieler Ryan Reynolds nutzt in der Verfilmung des Marvel Comic-Charakters seine zweite Chance als Deadpool und dritte Chance als Superheld gekonnt. Denn mit Green Lantern musste er sich – wohl zu Recht – viel Spott und Häme einfangen. Und schon einmal durfte Reynolds die Rolle des Sölderns Wade Wilson spielen. Im Gegensatz zur Darstellung damals in X-Men Origins: Wolverin schafft es Regisseur Tim Miller dieses Mal, Deadpool den richtigen Schliff zu geben und Reynolds dies entsprechend umzusetzen. Schließlich besitzt der Mann im roten Anzug einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt: Zum einen ist er einer der wenigen Comic-Charaktere, die sich ihrer Rolle als solches bewusst sind. Mehrfach spricht Deadpool in den Büchern mit dem Leser und durchbricht somit die sogenannte vierte Wand. Außerdem hat er einen ziemlich schrägen Humor, der teilweise äußerst verrückte Züge annimmt. Zuletzt ist Deadpool kein Held im eigentlichen Sinne sondern Söldner. Öfter wechselt er die Seiten, je nachdem wer besser bezahlt.

All dies galt es in die Verfilmung einfließen zulassen – meiner Meinung nach ziemlich geglückt. Zwar scheint der Film für einige Zuschauer, die nur die Marvel-Verfilmungen kennen, mit den sonstigen Arten von Heldengeschichten zu brechen. Im Grunde setzt Miller jedoch die Eigenschaften von Deadpool konsequent um. Mit verrückten Witzen und einem gewaltigen Maß an Sarkasmus, lässt der Film einen teilweise vor Lachen nicht zu Atem kommen. Gerne wird sich bei den Untenrum-Witzen bedient. Die Macher vom Film gehen jedoch noch einen Schritt weiter: Deadpool nimmt nicht nur sich selbst auf die Schippe, sondern auch den entsprechenden Schauspieler dahinter, den Film an sich oder das gesamte Genre. So hinterfragt Wilson, dass Ryan Reynolds eine Rolle nur wegen seiner schauspielerischen Leistung bekommen könnte, oder warum er im gesamten Film nur zwei X-Men trifft? Das Durchbrechen der vierten Wand hilft dabei, die Perspektive des Ich-Erzählers zu unterstützen. Deadpool ist konsequent Erzähler und Protagonist – natürlich nicht ohne auch dies direkt mit auf Korn zu nehmen.

Es ist diese Art von fehlender Ernsthaftigkeit in einem Marvel-Film, die nicht nur besonders, sondern besonders gut macht ist. Neben solide umgesetzten Kampfszenen und einer erträglichen Liebesgeschichte (die wohl oder übel bei Hollywood nicht fehlen darf), ist es der Slapstick, der dem Film seine eigene Note verpasst. Dass dabei ein klassischer Spannungsbogen entsteht und somit die Geschichte mehr oder minder wenig überraschend daher kommt, kann durchaus verkraftet werden. Für diejenigen, die auf derbe Witze und Action stehen, ist Deadpool also genau das Richtige!